Das Wichtigste in Kürze
- Demenz ist ein Oberbegriff für einen dauerhaften Abbau mehrerer geistiger Fähigkeiten, der den Alltag beeinträchtigt.
- In Deutschland lebten Ende 2025 rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz.
- Die häufigste Ursache ist die Alzheimer-Krankheit, gefolgt von Durchblutungsstörungen.
- Die häufigen Formen sind nicht heilbar; ein kleiner Teil der Demenzen hat aber behandelbare Ursachen.
Was bedeutet Demenz?
Demenz bezeichnet nach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Muster von Beschwerden. Medizinisch ist es eine erworbene, meist fortschreitende Störung mehrerer geistiger Fähigkeiten, die den Alltag spürbar beeinträchtigt. Betroffen sind nicht nur das Gedächtnis, sondern auch Aufmerksamkeit, Sprache, Orientierung, Urteilsvermögen und das Planen von Handlungen. Oft verändern sich zudem Stimmung, Antrieb und Verhalten.
Hinter einer Demenz stehen verschiedene Krankheiten. Die häufigste ist die Alzheimer-Krankheit – den Unterschied erklärt der Artikel Alzheimer und Demenz: der Unterschied.
Wie viele Menschen sind betroffen?
Nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft lebten Ende 2025 in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, etwa zwei Drittel davon Frauen. Die allermeisten sind älter als 65 Jahre, doch auch jüngere Menschen können erkranken. Je nach Bevölkerungsentwicklung erwartet die Gesellschaft bis 2050 bis zu 2,6 Millionen Erkrankte, sofern Vorbeugung und Behandlung keine entscheidenden Fortschritte machen. Weltweit waren es nach Angaben der WHO im Jahr 2021 rund 57 Millionen Menschen.
Welche Ursachen gibt es?
Rund 80 Prozent aller Demenzen gehen auf Erkrankungen zurück, bei denen Nervenzellen im Gehirn nach und nach zugrunde gehen. Die wichtigsten Formen:
- Alzheimer-Krankheit: die häufigste Ursache, je nach Quelle etwa 60 bis 70 Prozent aller Fälle
- vaskuläre Demenz: durch Durchblutungsstörungen im Gehirn
- Mischformen: vor allem aus Alzheimer und vaskulärer Demenz, häufig
- seltenere Formen: frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz, Demenz bei Parkinson
Mehr dazu im Artikel Demenzformen im Überblick.
Ist Demenz heilbar?
Die häufigen Demenzformen sind nach heutigem Wissen nicht heilbar. Der Verlauf lässt sich aber mit Medikamenten und nicht-medikamentösen Angeboten beeinflussen, und mit Unterstützung bleibt oft lange eine gute Lebensqualität möglich.
Wichtig ist: Ein kleiner Teil der Demenzen hat behandelbare Ursachen. Das Bundesgesundheitsministerium spricht von etwa 10 Prozent sogenannter sekundärer Demenzen, die zum Teil heilbar sind. Genannt werden unter anderem:
- Nebenwirkungen oder Vergiftungen durch Medikamente
- Vitaminmangel, etwa an Vitamin B12
- Erkrankungen der Schilddrüse
- Depressionen, die wie eine Demenz wirken können
Deshalb sollte jede anhaltende Vergesslichkeit gründlich ärztlich untersucht werden – siehe Diagnose und Tests.
Wer ist besonders gefährdet?
Das Risiko steigt mit dem Alter deutlich an. Nach den europäischen Schätzungen, die die Deutsche Alzheimer Gesellschaft verwendet, ist bei den über 90-Jährigen etwa jede dritte Person betroffen – bei Frauen sogar noch mehr. Frauen erkranken insgesamt häufiger, unter anderem weil sie im Durchschnitt älter werden. Zugleich gibt es Risikofaktoren, die sich beeinflussen lassen, etwa Bluthochdruck, Bewegungsmangel oder Schwerhörigkeit. Mehr dazu unter Demenz vorbeugen.
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