Das Wichtigste in Kürze
- Die durchschnittliche Lebenszeit nach einer Alzheimer-Diagnose liegt je nach Quelle bei etwa 5 bis 8 Jahren – mit großen Unterschieden.
- Manche Menschen leben 20 Jahre und länger mit der Erkrankung, bei anderen verläuft sie rascher.
- Meist sterben Menschen mit Demenz an Komplikationen, häufig an einer Lungenentzündung.
- Palliativversorgung zu Hause, im Heim oder im Hospiz lindert Beschwerden in der letzten Lebensphase.
Wie lange lebt man mit Demenz?
Eine genaue Zahl gibt es nicht. Die verfügbaren Quellen nennen für die Alzheimer-Krankheit unterschiedliche Durchschnittswerte:
| Quelle | Angabe |
|---|---|
| gesundheitsinformation.de (IQWiG) | im Durchschnitt etwa 6 Jahre nach der Diagnose |
| Alzheimer Forschung Initiative (nach einer niederländischen Studie) | im Durchschnitt 4,8 Jahre nach der Diagnose |
| Deutsche Alzheimer Gesellschaft | Krankheitsdauer bis zum Tod durchschnittlich etwa 8 Jahre, Spanne von 2 bis über 20 Jahren |
| Bundesgesundheitsministerium | von den ersten Symptomen bis zum Tod meist 3 bis 10 Jahre |
Die Unterschiede entstehen unter anderem dadurch, ob ab der Diagnose oder ab den ersten Beschwerden gezählt wird und wann die Diagnose gestellt wurde. Ein Durchschnitt sagt zudem wenig über den einzelnen Menschen.
Was beeinflusst die Lebenserwartung?
Nach der Alzheimer Forschung Initiative spielen Alter, Geschlecht, die Form der Demenz, weitere Erkrankungen und die körperliche Verfassung eine Rolle. Laut gesundheitsinformation.de verläuft eine Alzheimer-Krankheit, die vor dem 65. Lebensjahr beginnt, meist schneller.
Woran sterben Menschen mit Demenz?
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erklärt: Die Alzheimer-Krankheit selbst führt nicht unmittelbar zum Tod. Die meisten Menschen mit Demenz sterben an Komplikationen. Am häufigsten sind Infektionen, vor allem Lungenentzündungen. Sie entstehen oft, weil Essen oder Speichel beim Schlucken in die Lunge geraten. Auch Harnwegsinfekte und Knochenbrüche nach Stürzen kommen vor. Manche Menschen sterben an anderen Erkrankungen, etwa des Herzens oder an Krebs.
Die letzte Lebensphase
In der späten Phase können Menschen mit Demenz sich nicht mehr selbst versorgen, sind oft bettlägerig und haben Schluckprobleme. Die eigentliche Sterbephase dauert nach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft meist wenige Tage. Eine rasselnde Atmung kann Angehörige erschrecken; Pflegekräfte und Ärzte können erklären, was dabei geschieht, und Beschwerden lindern.
Wichtig für Angehörige: Nach den Erfahrungen der Gesellschaft erleben auch Menschen mit schwerster Demenz am Lebensende Gefühle und nehmen ihre Umgebung wahr. Nähe, eine vertraute Stimme, Berührung und Musik bleiben bedeutsam.
Palliativversorgung und Hospiz
Ziel der Palliativversorgung ist es, Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Angst und Unruhe zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten – nicht, das Leben um jeden Preis zu verlängern. Belastende Krankenhaus- und Intensivbehandlungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden.
- Allgemeine Palliativversorgung (AAPV): durch Hausärzte und Pflegedienste.
- Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV): für besonders aufwändige Situationen, zu Hause und im Pflegeheim. Sie wird ärztlich verordnet; die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten. Privatversicherte sollten die Kostenübernahme vorher klären.
- Ambulante Hospizdienste: beraten Angehörige und vermitteln geschulte Ehrenamtliche, die Zeit schenken – zu Hause, im Heim oder im Krankenhaus.
Angebote in Ihrer Nähe finden Sie über den Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung (wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de) oder über Ihre Hausarztpraxis.
Hilfe für Sie als Angehörige
Die letzte Lebensphase eines nahestehenden Menschen ist belastend. Hospizdienste, die Pflegeberatung und das Alzheimer-Telefon unterstützen auch Angehörige. Mehr unter Angehörige & Pflege.