Das Wichtigste in Kürze
- Im frühen Stadium bemerken viele bewusst, dass sie vergessen – das macht Angst und beschämt.
- Manche versuchen, eine Fassade aufrechtzuerhalten, und ziehen sich zurück.
- Im mittleren Stadium geht das Bewusstsein für die eigene Krankheit meist verloren.
- Gefühle und die Wahrnehmung von Nähe bleiben bis zuletzt erhalten.
Im frühen Stadium: bewusstes Erleben
Nach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erleben Menschen mit Demenz im frühen Stadium oft sehr bewusst, dass sie etwas vergessen. Das verunsichert und wirkt bedrohlich. Auch das Bundesgesundheitsministerium beschreibt, dass Betroffene die Veränderungen in dieser Phase wahrnehmen und mit Wut, Angst oder Scham reagieren können. gesundheitsinformation.de nennt Scham und Frust darüber, Dinge zu vergessen.
Wie jemand reagiert, hängt von der Persönlichkeit ab: Manche werden niedergeschlagen, andere gereizt oder abwehrend, wieder andere ziehen sich zurück. Viele versuchen, eine Fassade aufrechtzuerhalten – sie überspielen Lücken, lenken ab oder vermeiden Situationen, in denen sie auffallen könnten.
Das erklärt, warum Angehörigen Veränderungen häufig eher auffallen als den Betroffenen selbst – oder warum Betroffene Probleme bestreiten, obwohl sie sie spüren.
Wenn die Krankheitseinsicht fehlt
Fachleute sprechen von Anosognosie, wenn Menschen ihre eigenen Einschränkungen nicht erkennen. Eine verminderte Einsicht ist ein gut dokumentiertes Merkmal der Alzheimer-Krankheit. Sie ist kein Starrsinn, sondern eine Folge der Veränderungen im Gehirn. Bei der frontotemporalen Demenz fehlt die Krankheitseinsicht nach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft meist schon früh.
Im mittleren Stadium
Mit dem Fortschreiten geht nach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft auch die Wahrnehmung des eigenen Krankseins weitgehend verloren. Manche Menschen fühlen sich dann, als stünden sie mitten im Erwachsenenleben, suchen ihre längst verstorbenen Eltern oder wollen zur Arbeit. Für sie ist diese Wirklichkeit echt. Mehr dazu, wie Sie darauf eingehen können, lesen Sie unter Kommunikation bei Demenz.
Im späten Stadium
Auch wenn Sprache und Erinnerung weitgehend verloren sind: Nach den Erfahrungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erleben Menschen mit schwerster Demenz am Lebensende Gefühle und nehmen ihre Umgebung wahr. Freundlichkeit, Berührung und eine ruhige Atmosphäre kommen an.
Was das für Angehörige bedeutet
- Früh: Nehmen Sie Ängste ernst, statt Probleme kleinzureden. Viele Betroffene sind erleichtert, wenn offen gesprochen werden darf. Das ist auch die Zeit, gemeinsam Vorsorge zu treffen.
- Wenn Einsicht fehlt: Diskutieren hilft selten. Stellen Sie Sicherheit und Wohlbefinden in den Mittelpunkt, nicht die Frage, wer recht hat.
- Später: Zuwendung zählt mehr als Worte.