Das Wichtigste in Kürze
- Kinder spüren Veränderungen – Schweigen verunsichert sie oft mehr als eine ehrliche Erklärung.
- Erklären Sie einfach und konkret, was die Krankheit im Alltag bedeutet.
- Wichtig für Kinder: Niemand ist schuld, und Demenz ist nicht ansteckend.
- Deutsche Fachstellen bieten kostenlose Spiele, Filme und Broschüren für verschiedene Altersgruppen.
Warum es sich lohnt, offen zu sprechen
Wenn Oma ihren Enkel nicht mehr beim Namen nennt oder Opa dieselbe Frage zum fünften Mal stellt, merken Kinder, dass etwas nicht stimmt. Ohne Erklärung suchen sie oft eigene Gründe – und manchmal die Schuld bei sich. Ein offenes Gespräch gibt Sicherheit und hilft, die Beziehung zu erhalten.
Was Kinder wissen sollten
- Was die Krankheit ist: Im Kopf von Oma oder Opa funktioniert das Erinnern nicht mehr richtig. Wegweiser Demenz beschreibt das für Kinder mit dem Bild „In Omas Kopf herrscht Kuddelmuddel“.
- Dass niemand schuld ist: Weder das Kind noch die erkrankte Person hat die Krankheit verursacht.
- Dass sie nicht ansteckend ist: Man kann sich bei Oma oder Opa nicht anstecken.
- Dass sie nicht wieder weggeht: Kinder fragen oft „Wird Opa wieder gesund?“. Eine ehrliche Antwort ist, dass die Krankheit bleibt – dass man aber trotzdem viel Schönes zusammen erleben kann.
- Warum sich Oma manchmal komisch verhält: Sie verliert Dinge, verläuft sich oder ist ärgerlich, weil sie sich im Durcheinander nicht zurechtfindet, nicht weil sie das Kind nicht mehr mag.
Je nach Alter unterschiedlich
Jüngere Kinder brauchen kurze, konkrete Erklärungen, die sich auf den Alltag beziehen, und eher Bilder als Begriffe. Ältere Kinder und Jugendliche wollen oft genauer verstehen, was im Gehirn passiert, und haben eigene Gefühle wie Scham, Trauer oder Wut, die Raum brauchen. Fragen Sie nach, was Ihr Kind schon bemerkt hat, und lassen Sie Gespräche immer wieder zu – eine einzige Erklärung reicht selten.
Gemeinsam etwas tun
Kinder fühlen sich weniger hilflos, wenn sie etwas beitragen können: zusammen Fotos anschauen, ein vertrautes Lied singen, malen, spazieren gehen oder einfache Spiele spielen. Wegweiser Demenz hat dafür eine eigene Kinderseite „Was Oma jetzt gerne macht“. Weitere Ideen finden Sie im Artikel Beschäftigung bei Demenz.
Kostenlose Materialien
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet auf ihrer Seite für Kinder und Jugendliche unter anderem:
- das kostenlose Online-Spiel „Was hat Oma?“
- den Animationsfilm „Knietzsche erklärt Demenz“
- eine Literaturliste mit Kinder- und Jugendbüchern
- die Jugendwebsite alzheimerandyou.de
Für junge Menschen, deren Mutter oder Vater früh an Demenz erkrankt ist, gibt es die Broschüre „Du bist nicht mehr wie früher“ (2022), gedruckt und als PDF kostenlos über den Online-Shop der Gesellschaft.
Wegweiser Demenz erklärt das Thema mit Texten zum Vorlesen, die Kinder direkt ansprechen, etwa zu Vergessen, Verlaufen und Verstecken.