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Alzheimer

Die 7 Stadien der Alzheimer-Krankheit

Ein Stufenmodell kann helfen, Veränderungen einzuordnen und vorauszuplanen. Es beschreibt aber keinen Fahrplan: Jeder Verlauf ist anders.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die sieben Stadien stammen aus der Global Deterioration Scale (GDS) des Psychiaters Barry Reisberg von 1982.
  • Stadium 1 bis 3 liegen vor einer Demenz; von Demenz spricht man ab Stadium 4.
  • Im Alltag und in deutschen Ratgebern ist meist von drei Phasen die Rede – leicht, mittelschwer, schwer.
  • Wie schnell sich etwas verändert, lässt sich für einzelne Menschen nicht vorhersagen.

Woher das Modell stammt

Der US-Psychiater Barry Reisberg hat 1982 mit Kollegen eine Skala veröffentlicht, die den Verlauf einer fortschreitenden Demenz wie Alzheimer in sieben Stufen gliedert: die Global Deterioration Scale (GDS). Sie wurde damals an Messungen von Verhalten, Hirnstruktur und Hirnfunktion überprüft und wird bis heute in Fachkreisen und Ratgebern verwendet, um Veränderungen zu beschreiben.

Die sieben Stadien im Überblick

Schema nach der Global Deterioration Scale (Reisberg 1982). Die Balken zeigen den zunehmenden Unterstützungsbedarf, keine Zeitdauer.

Stadium 1: keine Beeinträchtigung

Keine Beschwerden, im Gespräch keine Auffälligkeiten.

Stadium 2: sehr leichte Beeinträchtigung

Die Person selbst bemerkt gelegentliche Vergesslichkeit, verlegt etwa Gegenstände oder vergisst Namen. Objektiv fällt nichts auf. Solche Beschwerden sind häufig altersüblich und müssen nicht auf eine Erkrankung hinweisen.

Stadium 3: leichte Beeinträchtigung

Erste eindeutige Schwierigkeiten werden sichtbar: sich an einem unbekannten Ort zurechtfinden, Worte finden, sich konzentrieren. Sie zeigen sich oft nur in einer ausführlichen Untersuchung. Fachleute sprechen hier von einer leichten kognitiven Störung, noch nicht von Demenz.

Stadium 4: mäßige Beeinträchtigung – leichte Demenz

Die Defizite sind im Gespräch deutlich: Aktuelle Ereignisse werden vergessen, Geldangelegenheiten und Reisen gelingen nicht mehr ohne Hilfe. Komplexe Aufgaben sind nicht mehr möglich, der vertraute Alltag zu Hause oft schon.

Stadium 5: mittelschwere Beeinträchtigung

Ohne Unterstützung kann die Person nicht mehr allein leben. Die eigene Adresse oder die Namen von Enkeln werden vergessen, die zeitliche und örtliche Orientierung geht verloren. Beim Essen und beim Toilettengang ist meist noch keine Hilfe nötig.

Stadium 6: schwere Beeinträchtigung

Selbst der Name des Partners wird manchmal vergessen. Hilfe bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Anziehen wird nötig, Inkontinenz kann hinzukommen. Häufig verändern sich Persönlichkeit und Verhalten, etwa durch Unruhe, Misstrauen oder Wahnvorstellungen.

Stadium 7: sehr schwere Beeinträchtigung

Die Sprache geht weitgehend verloren. Die Person braucht Hilfe beim Essen und bei der Toilette; später gehen auch grundlegende Bewegungsfähigkeiten wie das Gehen verloren.

Drei Phasen im Alltag

In Arztbriefen und deutschen Ratgebern ist meist von drei Phasen die Rede, auch das DZNE beschreibt eine frühe, mittlere und späte Phase. Grob lassen sich beide Einteilungen so nebeneinanderlegen:

PhaseGDS-StadiumTypisch im Alltag
vor der Demenz1–3selbstständig, eventuell erste Auffälligkeiten
leichte Demenz4Hilfe bei Geldgeschäften, Terminen, Planung
mittelschwere Demenz5–6Hilfe bei Orientierung, Anziehen, Körperpflege
schwere Demenz7umfassende Pflege, Sprache stark eingeschränkt

Diese Zuordnung ist eine Vereinfachung. Verschiedene Wiedergaben der Skala benennen vor allem die Stadien 6 und 7 unterschiedlich.

Was das Modell nicht kann

  • Keine Zeitangaben: Wie lange jemand in einem Stadium bleibt, ist sehr unterschiedlich.
  • Keine scharfen Grenzen: Stadien überschneiden sich, manche Fähigkeiten bleiben länger erhalten als andere.
  • Nicht für alle Demenzformen: Die Skala wurde für fortschreitende, „primär degenerative“ Demenzen wie Alzheimer entwickelt. Eine frontotemporale oder vaskuläre Demenz verläuft oft anders (siehe Demenzformen).
  • Keine Diagnose: Ob eine Demenz vorliegt und welche, klärt nur eine ärztliche Untersuchung (siehe Diagnose und Tests).

Wozu das Wissen um die Stadien hilft

Ein grobes Verständnis des Verlaufs hilft Familien, rechtzeitig vorzusorgen: Vollmachten regeln, solange es möglich ist (Vorsorge treffen), Unterstützung beantragen (Pflegegrad bei Demenz) und sich über die spätere Phase informieren (Lebenserwartung bei Demenz).

Quellen

  1. The Global Deterioration Scale for assessment of primary degenerative dementia. Am J Psychiatry 1982;139(9):1136–1139 Reisberg B, Ferris SH, de Leon MJ, Crook T · abgerufen am 26. Oktober 2026
  2. Global Deterioration Scale (Reproduktion mit Genehmigung des Autors) Dementia Research Australia · abgerufen am 26. Oktober 2026
  3. The Global Deterioration Scale for Assessment of Primary Degenerative Dementia (Fisher Center) Fisher Center for Alzheimer's Research · abgerufen am 26. Oktober 2026
  4. Schleichend zum Vergessen – Hintergrund Alzheimer Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) · abgerufen am 26. Oktober 2026
  5. Leitlinie Demenz – Für Patient*innen und Angehörige (April 2026, AWMF-Register 038-013) DGPPN und DGN · abgerufen am 26. Oktober 2026